Vorstellungsgespräch: So verhandelst du dein Gehalt erfolgreich

Die Gehaltsfrage ist ein schwieriger Punkt. Verlangst du zu viel, vertust du deine Chance. Liegst du unter dem branchenüblichen Gehalt, verkaufst du dich unter Wert.

Drei Menschen im Anzug sitzen sich an einem mit Schreibutensilien beladenen Tisch gegenüber.
rawpixel / pixabay.com

Beweist du im Bewerbungsgespräch Verhandlungsgeschick, verdienst du im neuen Job um einiges mehr. Schwieriger ist es, später nachzuverhandeln. Große Sprünge sind dann kaum mehr drin. Bereite dich daher gut auf das Vorstellungsgespräch vor, um das bestmögliche Gehalt herauszuschlagen. Kennst du deine Stärken und die branchenübliche Vergütung, hast du gute Argumente. Das bringt dich in eine bessere Verhandlungsposition.

Welche Gehaltsvorstellungen sind im Vorstellungsgespräch angemessen?

Zunächst empfiehlt es sich, einmal zu überlegen, wie viel Geld du monatlich zum Leben brauchst. Schließlich sollte das künftige Einkommen auf jeden Fall mindestens deine Lebenshaltungskosten decken, und diese schwanken von Region zu Region. Der Faktor Ausgaben hilft dir, eine Mindesthöhe festzulegen.

35.0000 Euro klingen erstmal fantastisch. Bedenke jedoch, dass Personaler hierbei das Bruttojahreseinkommen meinen. Daher ist es gut zu wissen, wie viel davon nach allen Abzügen übrig bleibt. Lohnsteuer, Kranken- und Arbeitslosenversicherung usw. reduzieren den Betrag.

Die grundsätzliche Devise lautet: Weder zu hoch pokern noch zu tief stapeln.

Nenne keine unrealistisch hohe Summe, wenn du im Vorstellungsgespräch nach dem gewünschten Gehalt gefragt wirst. Das wirkt habgierig und erweckt den Eindruck, dass Geld deine einzige Motivation für einen Jobwechsel ist. Deckt sich die Summe nicht einmal annähernd mit der vom Arbeitgeber veranschlagten, hast du schlechte Karten. Allzu groß erscheint Personalern dann die Gefahr, dass du dich nach der Einstellung schon bald wieder nach einer besser bezahlten Stelle umsiehst.

Verkaufe dich aber nicht unter Marktwert. Zwar streben Unternehmen aus ökonomischen Gründen an, Personalkosten zu senken. Mit Bescheidenheit ist dir jedoch noch lange kein Job sicher. Zweifel an den eigenen Fähigkeiten oder fehlende Jobalternative? Personaler fragen sich, was die Gründe sind, wenn du eine niedrige Summen nennst. Und selbst wenn du den Job bekommst, ist die Chance auf ein faires Einkommen erstmal vertan.

Realistische Gehaltsvorstellungen nennen

Das Einkommen legen Arbeitgeber auf Basis verschiedener Kriterien fest. Damit du bei den Gehaltsvorstellungen im Vorstellungsgespräch nicht den Bogen überspannst, orientierst du dich am besten an folgenden Faktoren:

  • Berufserfahrung: Je länger du bereits in einem ähnlichen Job tätig warst, desto mehr steht dir zu. Im öffentlichen Dienst gibt es tariflich bindende Entgeltgruppen. In der privaten Wirtschaft ist dies schwieriger einzuschätzen. Bewirbst du dich als Berufseinsteiger um ein Traineeship oder Volontariat, solltest du weniger veranschlagen. Anders sieht es bei einer Senior-Position aus, die mehrjährige Berufserfahrung voraussetzt.
  • Qualifikation: Hochschulabsolventen verdienen im Durschnitt mehr als Arbeitnehmer mit Berufsabschluss. Zudem ist Arbeitgebern ein Master oft mehr wert als ein Bachelor.
  • Branche: Zu den Topbranchen gehören beispielsweise Maschinenbau und Pharmaindustrie. Geringer fallen die Gehälter im sozialen Bereich oder der Werbebranche aus. Die Gehaltsvergleiche einiger Portale wie zum Beispiel Gehalt.de bieten hierbei Orientierung.
  • Unternehmensgröße: Start-ups und mittelständische Unternehmen bezahlen in aller Regel weniger als Großkonzerne.
  • Arbeitsort: Es gibt große Unterschiede hinsichtlich des Gehalts, je nachdem, wo du arbeitest, vor allem zwischen Ost und West. In Süddeutschland kannst du die höchsten Gehaltsvorstellungen nennen. Da die Mieten in Großstädten und Ballungsräumen höher sind als anderswo, fallen auch die Gehälter höher aus.
  • Skills: Du hast dir einen Expertenruf aufgebaut, zum Beispiel in Sachen Künstlicher Intelligenz? Durch zahlreiche Weiterbildungen erweiterst du stetig deinen Horizont? Wenn du dir deiner Fähigkeiten bewusst bist, kannst du höher pokern.

Erster Job: Welche Versicherungen brauche ich?

Bei Gehaltsvorstellungen im Bewerbungsgespräch kalkuliert vorgehen

Mit ein paar Tipps gehst du strategisch vor und formulierst deine Gehaltsvorstellungen richtig.

  • Gehaltsspanne nennen: Das verschafft dir einen größeren Spielraum. Du solltest mit der geringsten Summe zufrieden sein. Der höchste Betrag sollte nicht über den branchenüblichen Maximalwert hinausgehen. Oftmals treffen sich die Verhandlungspartner dann in der Mitte. Wenn du in großen Abständen vorgehst, beispielsweise 50.000 bis 55.000, hast du eine bessere Verhandlungsbasis.
  • Sonderzahlung und geldwerter Vorteil: Dein künftiger Arbeitgeber stellt sich stur? Auf Biegen und Brechen wirst du kein höheres Gehalt erreichen. Vielleicht kannst du dafür aber weitere finanzielle Vorteile wie 13. Monatsgehalt, Dienstwagen oder Urlaubsgeld vereinbaren.
  • Gehaltsvorstellungen richtig formulieren: Trage deinen Einkommenswunsch selbstbewusst vor, bleibe konkret und untermauere ihn mit objektiv nachweisbaren Argumenten wie Berufserfahrung und Skills.
  • Strategisch vorgehen: Stimme nicht gleich dem ersten Angebot zu. Es ist immer Luft nach oben. Lenke aber auch nicht gleich ein, wenn Personaler deine Gehaltsvorstellung ablehnen. Starte mindestens einen weiteren Versuch. Bleibt auch dieser erfolglos, ist es lohnenswert, sich nach Sonderzahlungen zu erkunden.

Unsere 3 Top-Tipps zu Gehaltsvorstellungen im Bewerbungsgespräch

  • Informiere dich über branchenübliche Gehälter.
  • Begründe deinen Einkommenswunsch mit guten Argumenten.
  • Nenne eine Gehaltsspanne und gib dich nicht mit einem niedrigen Angebot zufrieden.


Das könnte dich auch interessieren