Schwanger werden: Wie lassen sich die Chancen erhöhen?

Ihr möchtet gerne ein Baby haben? Damit es möglichst schnell klappt, solltet ihr um einige Fakten wissen und einige Punkte beachten.

Ein Tisch mit Kalender, Schwangerschaftstest und Babyschuhen.
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Was ist eigentlich ein Fruchtbarkeitsfenster und woher weiß ich, wann der Eisprung stattfindet? Wenn du aktiv versuchst, schwanger zu werden, solltest du dich zunächst einmal ausführlich mit deinem Körper beschäftigen. Es gibt nämlich durchaus einige Strategien, die die Empfängnis unterstützen.

Schwanger werden: Was ist zu beachten?

Verspürst du einen Kinderwunsch, ist es wichtig, dass du deinen Lebensstil unter die Lupe nimmst – und gegebenenfalls veränderst. Am besten beginnst du damit schon einige Monate vor dem Versuch, schwanger zu werden. Darauf solltest du achten:

  • Bewege dich regelmäßig und treibe moderat Sport.
  • Ernähre dich möglichst gesund und ausgewogen.
  • Verzichte auf Alkohol und Nikotin.

Hast du die Basics im Griff, geht es weiter: Die Chancen, schwanger zu werden, sind nicht so hoch, wie du vielleicht glaubst. In der Regel ist eine Frau lediglich an fünf Tagen pro Zyklus fruchtbar – diese fünf Tage setzen sich aus den Tagen vor dem Eisprung sowie gegebenenfalls einem Tag nach dem Eisprung zusammen. Viele Paare kennen sich nicht genau mit dem weiblichen Zyklus aus und versuchen daher womöglich gerade nicht im rechten Zeitfenster, ein Kind zu zeugen.

Der Eisprung genauer erklärt

Worauf ist zu achten, wenn man schwanger werden will? Zunächst ist es wichtig, dass du deinen Körper verstehst und deine fruchtbaren Tage möglichst exakt bestimmen kannst. Beginnen wir mit dem Eisprung (auch Ovulation genannt): Dieser findet pro Menstruationszyklus einmal statt. Ausgelöst wird der Eisprung von hormonellen Veränderungen in deinem Körper – sie führen dazu, dass eine Eizelle aus den Eierstöcken freigesetzt wird. Aber wann genau passiert das? In der Regel ereignet sich der Eisprung 12 bis 16 Tage vor Beginn deiner nächsten Regelblutung.

In der ersten Phase deines Zyklus befinden sich die Eizellen in den Eierstöcken, wo sie langsam heranreifen – noch findet kein Eisprung statt. Nun beginnt dein Körper damit, vermehrt Östrogen zu produzieren. Der hohe Östrogenspiegel setzt folgende Prozesse in Gang:

  • Die Gebärmutterschleimhaut verdickt sich.
  • Das Hormon LH (luteinisierendes Hormon) wird vermehrt produziert.
  • Ein rascher LH-Anstieg löst den Eisprung aus – die Eizelle wird freigesetzt.

Der schnelle Anstieg der Konzentration von LH führt in der Regel in den darauffolgenden 24 bis 36 Stunden zur Ovulation – und ist damit ein guter Indikator für deine Fruchtbarkeit. In dieser Zeit ist es nämlich am wahrscheinlichsten, schwanger zu werden. Nach dem Eisprung kann die Eizelle 24 Stunden lang befruchtet werden. Die Spermien sind übrigens noch drei bis fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr überlebensfähig.

Das Fruchtbarkeitsfenster

Daraus ergibt sich ein sogenanntes Fruchtbarkeitsfenster von sechs Tagen. Wenn du schwanger werden willst, stehen die Chancen dafür am Tag des Eisprungs am besten – die Wahrscheinlichkeit liegt bei immerhin 33 Prozent. Aber auch an den Tagen davor ist sie recht hoch:

  • einen Tag vor dem Eisprung: 31 Prozent
  • zwei Tage vor dem Eisprung: 27 Prozent
  • drei Tage vor dem Eisprung: 14 Prozent

Nach dem Eisprung hingegen sinkt die Wahrscheinlichkeit wieder, dass du schwanger wirst.

Der individuelle Zyklus

In der Regel dauert der gesamte Zyklus der Frau rund 28 Tage. Wenn du feststellst, dass dein Zyklus davon abweicht, ist das überhaupt nicht problematisch, denn jede Frau hat ihren individuellen Zyklus. Abweichungen von rund sieben Tagen nach oben oder unten sind nichts Ungewöhnliches. Wenn du dich fragst, warum das Schwangerwerden nicht klappt, solltest du zunächst den Zyklus bestimmen. Zähle dafür einfach die Anzahl der Tage vom ersten Tag der Blutung bis zum Beginn der nächsten Blutung. Wenn du dabei Hilfe brauchst, wende dich an deinen Frauenarzt.

Wieso kann ich nicht schwanger werden? Die häufigsten Ursachen

Schwanger zu werden kann durchaus einige Zeit dauern. Macht euch daher keine Sorgen, wenn es nicht auf Anhieb klappt. Wichtig ist, dass ihr möglichst gelassen an die Sache herangeht, denn wie so vieles andere ist auch das Schwangerwerden zum Teil Kopfsache. Viele Paare berichten, dass das Babyglück lang auf sich warten ließ und sie zunehmend frustrierter wurden. Als sie den Kinderwunsch fast schon aufgegeben hatten, klappte es dann plötzlich doch noch. Macht euch also nicht zu viele Gedanken und genießt einfach die gemeinsame Zeit. Selbst wenn beide rundum gesund sind, dauert es bei den meisten Paaren rund ein Jahr, bis der Kinderwunsch wahr wird.

Wenn es mit dem Schwangerwerden nicht klappt, sind folgende Ursachen denkbar:

  • gutartige Wucherung in der Gebärmutter (Endometriose)
  • Hormonstörungen
  • Probleme mit der Schilddrüse
  • Stress
  • Genuss von Alkohol und Nikotin
  • Hodenhochstand
  • Diabetes
  • Bluthochdruck

Schwanger werden nach der Pille: Was muss ich beachten?

Hormonelle Verhütungsmittel – ob Pille, Hormonspirale, Pflaster oder Stäbchen – greifen dauerhaft in den natürlichen Hormonhaushalt der Frau ein. Setzt man sie aufgrund eines Kinderwunsches ab, muss sich der körpereigene Hormonhaushalt erst mal wieder einpendeln.

Theoretisch ist eine Schwangerschaft sofort möglich, sobald du das hormonelle Verhütungsmittel abgesetzt hast. In der Realität kann es jedoch bis zu ein Jahr dauern, bis sich dein Hormonhaushalt wieder normalisiert hat. Das ist jedoch von Frau zu Frau ganz unterschiedlich. NFP hat eine Beobachtungsstudie durchgeführt: Laut dieser leiden rund 50 Prozent der Frauen nach dem Absetzen der Pille nicht unter Zyklusproblemen.

Hinweis: Manche Frauenärzte raten ihren Patientinnen sogar dazu, eine gewisse Zeit nach Absetzen der Pille nicht schwanger zu werden. Das hat folgenden Hintergrund: Die fremden Hormone wirken sich negativ auf die Qualität des Gebärmutterschleims aus. Gerade im ersten Post-Pill-Zyklus kann die Qualität zu wünschen übrig lassen – das wiederum kann Einnistungsstörungen und möglicherweise sogar Fehlgeburten zur Folge haben.

Es gibt verschiedene pflanzliche und homöopathische Mittel, die den Zyklus regulieren können, zum Beispiel Mönchspfeffer. Man sagt ihnen nach, sie würden die Chancen, schwanger zu werden, erhöhen. Doch auch vermeintlich schwach und in natürlicher Weise wirkende Präparate wie Mönchspfeffer wirken ähnlich wie Hormone. Am besten gibst du deinem Körper einfach etwas Zeit, sich selbst zu regulieren. Hab ein wenig Geduld. Zusätzliche Versuche, den Zyklus zu regulieren, können die Situation unter Umständen verschlimmern, statt sie zu verbessern. Frage bei Unsicherheiten am besten noch mal deinen Frauenarzt.

Tipp: Setze die Pille am besten sechs Monate vor den aktiven Versuchen, schwanger zu werden, ab.

Lasse dich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn dein Zyklus nicht immer gleich verläuft. Die wenigsten Frauen haben immer einen konstanten Zyklus von 28 Tagen. Alles, was zwischen 21 und 30 Tagen liegt, ist vollkommen normal und unbedenklich – schließlich ist dein Körper keine Maschine.

Schwanger werden klappt nicht: Ab wann zum Arzt?

Dein Alter hat einen erheblichen Einfluss auf deine Chancen, schwanger zu werden: Bereits mit Ende 20 nimmt die Fruchtbarkeit merklich ab, da die Anzahl und die Qualität der produzierten Eizellen allmählich zurückgeht.

Wenn du jünger als 35 und gesund bist, ist es vollkommen normal, wenn ein Jahr vergeht, bevor du schwanger wirst. Erst wenn du nach einem Jahr noch nicht schwanger bist, solltest du dich von deinem Frauenarzt untersuchen lassen.

Wenn du älter als 35 Jahre bist, stehen deine Chancen auf eine baldige Schwangerschaft schlechter. Aus diesem Grund solltest du bereits nach sechs Monaten einen Arzt aufsuchen, falls du bis dahin noch nicht schwanger bist. Wenn du bereits über 40 bist und ein Baby bekommen möchtest, solltest du dich direkt von deinem Arzt untersuchen und gegebenenfalls beraten lassen.

Immer noch nicht schwanger: Was nun?

Aber was ist, wenn das Schwangerwerden auch dann nicht klappt? Dann solltet ihr beide die Ursache dafür bestimmen lassen. Beruhigend: Viele der infrage kommenden Ursachen sind heute gut behandelbar. Falls euer Babywunsch nicht in Erfüllung gehen kann, könnt ihr beide gemeinsam weitere Optionen in Erwägung ziehen – eventuell muss es gar kein leibliches Kind sein, sondern ihr wollt einem Adoptivkind ein Zuhause schenken?

Stellt sich bei der Untersuchung heraus, dass die vermeintliche Unfruchtbarkeit organische Ursachen hat, solltest du mit deinem Arzt mögliche Behandlungsmethoden besprechen. Eine Hormonstörung beispielsweise ist mit einer individuell abgestimmten Hormontherapie in den Griff zu bekommen. Übrigens können auch Männer an einer Hormonstörung leiden, die dem Babyglück im Wege steht. Liegt bei dir eine Endometriose vor, wird die Wucherung aus der Gebärmutter entfernt. Meist stellt sich nach einer entsprechenden Therapie dann das langersehnte Babyglück ein.

Leidest du vermehrt unter Stress oder Ängsten, solltest du das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auch ein psychisches Ungleichgewicht beeinflusst die Fruchtbarkeit. Als hilfreich haben sich Entspannungstechniken erwiesen – zum Beispiel Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung.

Verliere keinesfalls den Mut, wenn die ärztliche Untersuchung ergibt, dass du nicht schwanger werden kannst oder dein Partner zeugungsunfähig ist. Euch stehen immer noch diese Möglichkeiten offen:

  • künstliche Befruchtung
  • Adoption

Bei der künstlichen Befruchtung haben sich inzwischen verschiedene Methoden bewährt – sprich deinen Frauenarzt ruhig darauf an und lasse sie dir und deinem Partner ausführlich erklären.

Unsere 3 Top-Tipps zum Schwangerwerden

  • Achtet beide auf eine gesunde Lebensweise.
  • Lerne deinen Körper genau kennen, damit du den Eisprung möglichst genau bestimmen kannst.
  • Scheut euch nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn es mit dem Schwangerwerden nicht klappt.