Freie Trauung: Ideen für eure freie Hochzeit

Ihr heiratet? Herzlichen Glückwunsch! Jetzt stellt sich die Frage: nüchterne Eheschließung im Standesamt oder feierliche Kirchenzeremonie? Viele Paare entscheiden sich für eine freie Trauung, deren Ablauf sie selbst bestimmen können. Allerdings gibt es trotz aller Freiheiten einiges, worauf ihr achten solltet.

Braut am Strand mit buntem Blumenstrauß
Natasha Fernandez / pexels.com

Viele Brautpaare wünschen sich eine Hochzeitsfeier, die individuell auf ihre Vorstellungen und Wünsche abgestimmt ist. Jedoch ist eine standesamtliche Trauung in der Regel nicht sehr romantisch und mit der Kirche haben viele Bürger des 21. Jahrhunderts nichts am Hut. Wieso also nicht einfach eine freie Trauzeremonie wählen und sämtliche Konventionen und Einschränkungen über Bord werfen?

Was ist eine freie Trauung? Eine Definition

Bei einer freien Trauung handelt es sich um eine private Hochzeitszeremonie, für deren Ausgestaltung es weder Rahmen noch Regeln gibt. Stattdessen könnt ihr über sämtliche Aspekte und Kriterien selbst entscheiden, angefangen bei so allgemeinen Dingen wie Ort, Zeit, Motto und Ablauf bis hin zu kleinsten Details wie der Dekoration und der musikalischen Untermalung.

Die freie Trauung stellt ein alternatives Konzept zur kirchlichen und zur standesamtlichen Hochzeit dar und ist von diesen beiden völlig unabhängig. Das bedeutet auch, dass sie weder kirchen- noch zivilrechtlich bindend ist. Damit eure Ehe Rechtsgültigkeit erlangt, ist eine Vorstellung beim Standesamt deshalb unabdingbar.

Was spricht für eine freie Trauzeremonie?

Die standesamtliche Heirat ist nach deutschem Familienrecht vor allem eines: ein Vertragsschluss, der umfassende soziale und ökonomische Rechte und Pflichten begründet. Das klingt nicht sonderlich romantisch – und ist es im Grunde auch nicht. Denn das Gesetz sieht lediglich den Schritt der Eheschließung vor, ganz ohne irgendwelche Feierlichkeiten. Sogar auf Trauzeugen wird inzwischen verzichtet. Und auch der Ablauf ist weitestgehend standardisiert.

Wünscht man sich den entsprechenden feierlichen Rahmen, geht man daher ganz traditionell in die Kirche. Unbedingte Voraussetzung einer kirchlichen Trauung ist jedoch, dass beide Eheleute religiös sind und zumindest einer von ihnen der jeweiligen Konfession angehört. Im Gegenzug kommt man in den Genuss einer zumeist streng vorgegebenen Zeremonie, bei der ein mehr oder minder konservativer Priester auf die Einhaltung der Formpflicht achtet.

Die freie Trauung kommt eine Bedeutung als Alternative zu den vorhergehend vorgestellten Konzepten zu. Sie ist für Brautpaare gedacht, die nicht ausschließlich standesamtlich heiraten, aber auch nicht auf eine Trauzeremonie verzichten wollen. „Frei“ ist sie dabei in jeder Bedeutung des Wortes, sodass sie von Menschen aller Weltanschauungen, Glaubenszugehörigkeiten sowie kulturellen und sozialen Hintergründe begangen werden kann.

Somit kommt eine freie Hochzeit auch für solche Paare infrage, die nicht getauft sind, verschiedenen Religionsgemeinschaften angehören oder aus anderweitigen Gründen nicht in einer Kirche heiraten können – beispielsweise weil sie eine gleichgeschlechtliche Ehe anstreben, mit der sie sonst nur in einigen evangelischen Landeskirchen eine Chance haben.

Wie läuft eine freie Trauung ab?

Der Ablauf vieler freier Trauungen ähnelt dem der klassischen Kirchenzeremonie.

Dazu gehören:

  • Einmarsch des Brautpaars
  • Rede über die gemeinsame Geschichte des Brautpaars
  • Vermählungsritual(e)
  • Rede über die Rechte und Pflichten in der Ehe
  • Musik
  • Treueschwüre
  • Ringtausch
  • Ja-Wort
  • Hochzeitskuss
  • Ausmarsch

Der Vorteil einer freien Trauung ist aber, dass ihr sämtliche Aspekte selbst bestimmen dürft. So etwa die Location: Schloss, Landgut, Stammkneipe, Freizeitpark, Boot, Seeufer oder Strand sind nur einige der denkbaren Orte, an denen ihr auch gleich eure Flitterwochen verbringen könnt.

Was die Zeit anbelangt, solltet ihr euch entscheiden, ob ihr die Trauung und die Feier lieber an einem Tag oder an zwei verschiedenen Tagen stattfinden lassen wollt – die zweite Option bedeutet weniger Stress, bringt dafür aber ihre eigenen organisatorischen Herausforderungen mit sich.

Manche Paare denken sich zudem ein Motto für ihren großen Tag aus: Wie wäre es etwa mit einer bayerischen Trachtenhochzeit, einer Vermählung im Mittelalter-Stil oder einer blumigen Hippie-Heirat?

Die Möglichkeiten für Spiele, Showeinlagen, Catering, Fotograf und Dresscode sind ebenso vielfältig. Wie eure Hochzeit am Ende aussieht, hängt also lediglich von eurem Einfallsreichtum ab.

Was ist bei freien Trauungen zu beachten?

Für viele Paare ist die freie Trauung in erster Linie ein symbolischer Akt: Im Kreis ihrer Liebsten oder ganz intim zu zweit wollen sie ihrer Liebe Ausdruck verleihen. Soll dieser Zusammenschluss auch rechtsgültig sein, und zwar mit allen dazugehörigen sozialen und ökonomischen Rechten und Pflichten, führt kein Weg am Staat vorbei. Sobald ihr einen Hochzeitstermin festgelegt habt, solltet ihr euch also so schnell wie möglich beim zuständigen Standesamt anmelden.

Die standesamtliche Trauung findet dann in der Regel mehrere Tage oder Wochen vor der eigentlichen Hochzeitszeremonie statt, mitunter können die notwendigen Unterschriften auch noch am selben Morgen geleistet werden. Eine Variante ist, gleich nach der freien Trauzeremonie zum Standesamt zu fahren. Die Gäste werden in der Zwischenzeit mit einem Sektempfang bei Laune gehalten, das Brautpaar gesellt sich im Anschluss zur Feiergesellschaft hinzu.

Nicht zu unterschätzen ist der tendenziell höhere Planungsaufwand einer freien Hochzeit. Er hängt vor allem davon ab, wie ausgefallen eure Wünsche sind und wie leicht oder schwer sie sich realisieren lassen. Die wichtigste Regel lautet deshalb, möglichst früh mit der Planung anzufangen – das gilt eigentlich für jede Form der Eheschließung.

In jedem Fall empfehlen wir euch, einen externen Dienstleister zu engagieren. Das kann entweder ein professioneller Hochzeitsredner oder ein freier Theologe sein, der euch mit eigenen Planungskonzepten, Anregungen und Erfahrungswerten unterstützt. Bedenkt aber, dass er euch nicht die gesamte Arbeit abnehmen kann – schließlich ist er kein Wedding Planner.

Folgende Tipps helfen euch dabei, einen guten Dienstleister ausfindig zu machen:

  • Verschafft euch einen ersten Eindruck auf der Website des Dienstleisters. Achtet vor allem auf aussagekräftige Referenzen. Zudem sollte er sich nicht zu weit von euch bzw. eurer gewünschten Location entfernt befinden.
  • Eine freie Trauzeremonie benötigt viele Absprachen. Daher wird euch ein seriöser Dienstleister in der Regel zwei kostenlose Vorgespräche anbieten. Dabei könnt ihr auch gleich überprüfen, ob es persönlich zwischen euch passt.
  • Bei einer freien Trauung können die Kosten äußerst unterschiedlich ausfallen. Bittet daher um ein unverbindliches Angebot, das die Fahrtkosten, das Honorar des Dienstleisters sowie die Preise für eventuell benötigtes zusätzliches Equipment beinhaltet. Einigt euch vorher auf ein bestimmtes Budget, damit ihr euch bei der Planung nicht verzettelt.
  • Sobald ihr mit allem zufrieden seid, solltet ihr mit dem Dienstleister einen schriftlichen Vertrag aufsetzen. Achtet darauf, dass das Schriftstück alle relevanten Daten, Leistungen und Kostenpunkte enthält.

Unsere 3 Top-Tipps zur freien Trauung

  • Redet miteinander und macht euch eure Vorstellungen und Wünsche klar. Eine freie Trauung eröffnet euch nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, denkt daher ruhig „outside the box“. Behaltet dabei aber euer Budget im Auge.
  • Fangt möglichst früh mit der Planung an. Je extravaganter eure Wünsche sind, desto herausfordernder wird nämlich die Organisation. Vergesst in all dem Trubel auch nicht, einen Termin beim Standesamt zu machen – vorausgesetzt ihr wollt, dass eure Ehe rechtsgültig wird.
  • Sucht euch einen Hochzeitsredner oder freien Theologen, der von euren Ideen begeistert ist. Auch hierbei solltet ihr keine Zeit verstreichen lassen, denn gute Dienstleister sind in der Regel schnell ausgebucht.


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