Standesamtliche Trauung – aber nicht am Wohnort?

Ihr wollt heiraten? Dann kommt ihr am Standesamt nicht vorbei. Doch wo kann oder darf man standesamtlich heiraten? Welche Unterlagen sind nötig? Und wie läuft eine Trauung genau ab?

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Eine Trauung ist erst dann juristisch gültig und damit rechtlich verbindlich, wenn sie auf dem Standesamt von einer Standesbeamtin oder einem Standesbeamten vollzogen wird. Eine kirchliche oder freie Trauung, von der viele Paare träumen, folgt meistens erst nach der eher formell gehaltenen standesamtlichen Zeremonie.

Welches Standesamt ist zuständig?

Zunächst müsst ihr euch bei einem Standesamt zur Eheschließung anmelden, in dessen Umkreis einer von euch beiden entweder seinen Hauptwohnsitz oder einen Nebenwohnsitz hat. Anschließend habt ihr aber grundsätzlich freie Wahl, in welchem Standesamt in Deutschland ihr euch trauen lassen wollt. Wenn ihr also an einem besonders schönen Ort heiraten wollt, steht dem nichts im Wege. Es gibt keine Regelung, die euch vorschreibt, wo ihr standesamtlich heiraten dürft und wo nicht.

Wie schnell bekommt man einen Termin beim Standesamt?

Ihr könnt frühestens sechs Monate vor der standesamtlichen Trauung euren Wunschtermin vereinbaren. Natürlich könnt ihr auch schon vorher mit dem Standesamt Kontakt aufnehmen und euch informieren. Meist findet ihr bereits auf der Homepage hilfreiche Infos. Wie schnell ihr euch anmelden könnt und ob ihr den gewünschten Termin bekommt, hängt davon ab, wie groß die Nachfrage bei eurem Wunschstandesamt ist.

Wenn viele Paare eure Präferenzen teilen, müsst ihr entsprechend frühzeitig anfragen und planen.

Welche Unterlagen fürs Standesamt?

Das Gespräch zur „Anmeldung der Eheschließung“ dauert etwa 30 bis 40 Minuten. Ihr braucht euren Personalausweis oder einen Reisepass, um euch auszuweisen. Beachtet dabei, dass die Personaldokumente sowohl bei der Anmeldung auf dem Standesamt als auch am Tag der Trauung gültig sein müssen. Läuft das Dokument ab, solltet ihr es unbedingt rechtzeitig beim zuständigen Bürgeramt verlängern lassen. Denn das kann mehrere Wochen dauern.

Wenn es sich bei dem Standesamt nicht um euer Geburtsstandesamt handelt, braucht ihr außerdem eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtsregister. In manchen Fällen benötigt ihr zudem weitere Unterlagen. Einen Überblick erhaltet ihr in diesem Ratgeber. Dort erfahrt ihr auch, wie viel eine standesamtliche Trauung kostet.

Vorbereitung

  1. Kontaktiert euer Wunschstandesamt am besten per E-Mail oder Telefon.
  2. Dann wendet ihr euch an ein Standesamt an eurem Wohnsitz oder Nebenwohnsitz. Die Adresse eures Wunschstandesamtes nehmt ihr am besten gleich mit – ebenso wie die benötigten Unterlagen.
  3. Informiert das Standesamt darüber, dass ihr eure standesamtliche Trauung nicht am Wohnort durchführen lassen möchtet.
  4. Eure Daten werden entweder an euer Wunschstandesamt weitergeleitet oder ihr nehmt sie einfach selbst dorthin mit.
  5. Erst wenn eure Unterlagen vollständig vorliegen, könnt ihr einen Termin für die Trauung vereinbaren. Eine vorherige Reservierung ist üblicherweise nicht möglich. Gebt ihr eure Unterlagen nicht persönlich ab, ruft ihr am besten beim Wunschstandesamt an und fragt, ob sie eingegangen sind.
  6. Nun folgt ein persönlicher Vorstellungstermin in eurem Wunschstandesamt. Bei dieser Gelegenheit werden eure Unterlagen noch einmal gemeinsam mit euch durchgegangen. Außerdem könnt ihr Fragen zur Trauung klären und das Stammbuch aussuchen.

Für die Anmeldung beim Standesamt an eurem Wohnort, die Weiterleitung eurer Unterlagen und für die Dienste eures Wunschstandesamtes fallen Kosten an.

Wie viele Trauzeugen braucht man beim Standesamt?

Keine. Heute können Paare auch ganz ohne Trauzeugen erscheinen. Natürlich könnt ihr nach wie vor einen oder zwei Menschen, die ihr sehr schätzt, eure Trauung bezeugen lassen. Sie müssen volljährig sein und einen gültigen Personalausweis oder Reisepass besitzen. Meldet eure Trauzeugen bereits bei der Anmeldung eurer Trauung beim Standesamt an oder reicht die Namen rechtzeitig vor der Trauung nach. Die Trauzeugen unterschreiben die Niederschrift über eure Eheschließung.

Wie läuft eine standesamtliche Trauung ab?

Wenn ihr besondere Wünsche habt, teilt ihr sie dem Standesbeamten rechtzeitig vor der Trauung mit. Der übliche Ablauf gestaltet sich in etwa so:

  1. Begrüßung durch den Standesbeamten
  2. Eine kleine Rede des Standesbeamten
  3. Bekanntgabe des zukünftigen Familiennamens (falls ihr einen gemeinsamen Namen annehmt) und Nachfrage, ob diese Entscheidung nach wie vor gilt
  4. Ihr unterschreibt das Dokument zur Erklärung der Namensführung
  5. Nun folgt der Hauptteil, einschließlich des „Ja-Worts“
  6. Dann tauscht ihr die Ringe
  7. Der Standesbeamte gratuliert und ihr unterzeichnet die Niederschrift über die Eheschließung
  8. Habt ihr Trauzeugen, unterschreiben diese ebenfalls
  9. Der Standesbeamte verabschiedet alle Anwesenden, und die Zeremonie ist beendet
  10. Herzlichen Glückwunsch – ihr seid rechtskräftig verheiratet!

Wie lange dauert eine standesamtliche Trauung?

Am besten rechnet ihr mit etwa 30 Minuten für eure standesamtliche Trauung. Stellt sicher, dass ihr rechtzeitig zum Termin da seid und plant dafür einen ausreichenden Zeitpuffer ein. Wenn ihr 30 Minuten vor Beginn der Trauung am Standesamt seid, erspart ihr euch unnötigen Stress und könnt den schönen Anlass voll und ganz genießen.

Zusammenfassung

  • Ihr müsst eure standesamtliche Trauung nicht am Wohnort durchführen lassen, sondern habt freie Wahl.
  • Dennoch müsst ihr zunächst beim zuständigen Standesamt in eurer Nähe vorsprechen.
  • Plant frühzeitig, um euren Wunschtermin zu bekommen; haltet alle nötigen Unterlagen bereit und vergewissert euch, dass alles aktuell und gültig ist – dann steht einer traumhaften Trauung nichts im Wege.


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