Der Geburts­vorbereitungskurs: Eine Stütze für Schwangere

Die Geburt ist ein unglaublich schönes Ereignis. Trotzdem haben viele Frauen Angst davor. Schwangerschaftskurse können diese Angst ein wenig lindern.

Schwangere Frauen sitzen zusammen.
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Die Aussicht darauf, sein Baby bald in die Arme zu schließen, ist überwältigend – wäre da nur nicht die Angst vor der Geburt. Viele Frauen fürchten sich vor allem vor dem Kontrollverlust, den Schmerzen und möglichen Komplikationen. Vielleicht kennst du diese Gefühle auch, stellst dir aber die Frage, ob ein Vorbereitungskurs in der Schwangerschaft dagegen wirklich hilft? Die klare Antwort ist: Ja. Denn dabei lernst du deinen Körper besser kennen und bekommst viele Strategien an die Hand, die dir bei der Geburt helfen.

Ab wann sind Geburtsvorbereitungskurse sinnvoll?

Es gibt inzwischen viele unterschiedliche Schwangerschaftskurse, die sich auf verschiedene Schwerpunkte konzentrieren. Mit einem Standard-Geburtsvorbereitungskurs fängst du in der Regel in der 25. Schwangerschaftswoche an – so bleibt dir noch genug Zeit, dich auf euren großen Tag vorzubereiten.

Tipp: Geburtsvorbereitungskurse sind begehrt und die Plätze schnell vergeben. Kümmere dich daher am besten rechtzeitig um einen Platz – viele Frauen beginnen schon ab der 10. Schwangerschaftswoche mit der Suche. Auch wenn du erst seit ein paar Wochen schwanger bist, nutze die Gelegenheit und frage bei der nächsten Untersuchung deinen Frauenarzt. Viele Gynäkologen helfen dir bei der Suche weiter. Auch in Hebammenpraxen oder Geburtskliniken kannst du nach freien Plätzen fragen.

Hast du vor, die gesamte Schwangerschaft mit Ausnahme des Mutterschutzes zu arbeiten? Dann ist neben dem Vorbereitungskurs in der Schwangerschaft auch ein Aktiv-Kurs sinnvoll. Das Erlernte in diesen Kursen hilft dir, fit und in Bewegung zu bleiben. Auch dabei gilt: Eine frühe Anmeldung ist notwendig.

Geburtsvorbereitungskurs: Wie oft findet er statt?

Schwangerschaftskurse werden mit ganz unterschiedlichen Taktungen angeboten. Grundsätzlich umfasst ein Geburtsvorbereitungskurs 14 Stunden, die in der Regel voll von der Krankenkasse übernommen werden. Es ist aber nicht immer selbstverständlich, dass dein Partner ebenfalls kostenfrei teilnehmen kann. Wenn ihr zu zweit mitmachen wollt, kontaktiert am besten im Vorfeld sowohl den Veranstalter als auch eure Krankenkasse.

Es gibt auch Kursangebote, die sich speziell an den werdenden Papa richten: Darin wird zum Beispiel besprochen, wie der Mann seine Frau bestmöglich unterstützen und wie er mit seinen eigenen Ängsten umgehen kann.

Manche Kurse finden an den Wochenenden statt, andere mehrmals pro Woche und wiederum andere nur in den Abendstunden. So kannst du deinen Vorbereitungskurs in der Schwangerschaft auch wahrnehmen, wenn dein Terminkalender schon reichlich gefüllt ist. Such dir also einfach die Kursstruktur raus, die am besten in deinen Alltag passt.

Was macht einen guten Schwangerschaftskurs aus?

  • Ein Schwangerschaftskurs bereitet dich sowohl körperlich als auch mental auf die bevorstehende Geburt vor. Auch über die Zeit nach der Geburt bekommst du Informationen – zum Beispiel darüber, was dich im Wochenbett erwartet.
  • Die Gruppe ist klein – 8 bis 12 Teilnehmer sind optimal.
  • Du hast die Möglichkeit, dich in der Gruppe auszutauschen und kannst so viele Fragen stellen, wie du willst – auch was mögliche Schwangerschaftsbeschwerden angeht.
  • Der Kurs wird von einer gut ausgebildeten Hebamme durchgeführt.

Geburtsvorbereitungskurs: Was erwartet mich da genau?

In einem klassischen Geburtsvorbereitungskurs beschäftigst du dich mit deinem Körper, mit deiner Schwangerschaft und mit dem zukünftigen Leben mit Kind. Gerade, wenn du zum ersten Mal Mama wirst, sind Schwangerschaftskurse ein Segen, weil sie dir Sicherheit geben: Ist das normal? Muss sich das so anfühlen? Was, wenn mit meinem Baby etwas nicht stimmt? All diese Fragen und Gedanken sind ganz natürlich. Wenn du weißt, welche Beschwerden normal sind und wie sie entstehen, wirst du gleich ein Stück gelassener. Ein Geburtsvorbereitungskurs vermittelt dir Wissen in den folgenden Bereichen:

  • Der Ablauf der Geburt: Die Hebamme erklärt euch, wie eine normale Geburt abläuft. Schritt für Schritt erfahrt ihr, was in den einzelnen Phasen passiert und wie sich das anfühlt. Mit diesem Wissen wird schon ein Großteil deiner Unsicherheit bekämpft. Das Abnehmen der Angst führt laut Hebammen erstaunlicherweise auch häufig zu weniger Schmerzen.
  • Atemübungen: Schwangerschaftskurse vermitteln auch hilfreiche Atemübungen, die dir in den unterschiedlichen Phasen der Geburt helfen, dich zu entspannen und die Schmerzen zu lindern. Die Atmung wirkt sich ungemein positiv auf die Geburt aus, denn mit der richtigen Technik bekommt du und dein Baby genügend Sauerstoff.
  • Entspannung: Zusammen mit der optimalen Atmung lernst du auch hilfreiche Entspannungstechniken, mit denen du dich und dein Baby beruhigen kannst. Besonders wenn du zu Ängsten und Sorgen neigst, sind Entspannungsübungen genau das Richtige für dich.
  • Gebärpositionen: Im Zuge des Geburtsvorbereitungskurses zeigt dir die Hebamme unterschiedliche Positionen, die du während der Geburt einnehmen kannst. Darüber hinaus erfährst du alles über schmerzlindernde Maßnahmen wie Akkupunktur und die Periduralanästhesie (PDA).
  • Gymnastik: Bewegung ist wichtig. Im Kurs lernst du gezielt eine Reihe an Bewegungen und Übungen, die unter anderem deinen Beckenboden stärken und dir somit die Geburt erleichtern.
  • Das neue Leben als Eltern: Ein Baby zu bekommen ist eine große Umstellung. Der Kurs vermittelt dir hilfreiche Informationen und Tipps – zum Beispiel zur Säuglingspflege.
  • Informationen für den Papa: Für den werdenden Vater ist die Geburt ebenfalls nervenaufreibend. Der Geburtsvorbereitungskurs vermittelt ihm ähnliche Entspannungs- und Atemtechniken, die ihn stärken und beruhigen. Er lernt auch, wie er seine Frau bestmöglich bei der Geburt unterstützen kann – stützen, massieren und aufmunternde Worte wirken manchmal Wunder.

Der erste Tag im Geburtsvorbereitungskurs: Was mitnehmen?

Zu einem Schwangerschaftskurs brauchst du eigentlich nichts Besonderes mitzubringen: Wichtig ist, dass du bequeme Kleidung anziehst, in der du dich wohlfühlst und gut bewegen kannst. Am besten packst du auch ein Paar Socken, ein Handtuch, die Krankenkassenkarte und eine Flasche Wasser ein. Meistens bekommst du alle wichtigen Informationen zusätzlich als Handout von der Leiterin des Kurses. Willst du auf Nummer sicher gehen, nimm einfach am ersten Tag einen Block und Stift mit.

Jeder Geburtsvorbereitungskurs ist ein bisschen anders: Wenn du unsicher bist, ruf am besten im Vorfeld einmal an und frage nach, was du mitbringen sollst.

Die 3 Top-Tipps zum Thema Geburtsvorbereitungskurs

  • Melde dich rechtzeitig an, damit du spätestens in der 20. Schwangerschaftswoche einen Platz hast.
  • Beginne ungefähr in der 25. Schwangerschaftswoche mit dem Schwangerschaftskurs, damit noch genug Zeit bis zur Geburt bleibt.
  • Lass dich auf den Kurs ein und frag immer nach, wenn du etwas nicht verstanden hast. Der Kontakt mit anderen werdenden Müttern ist wertvoll – oft entstehen Freundschaften, die Jahrzehnte überdauern.