Schwangerschaftsbeschwerden: Welche es gibt und wie du mit ihnen fertig wirst

Was wäre eine Schwangerschaft ohne typische Schwangerschaftsbeschwerden? Richtig, irgendwie langweilig. Denn es sind diese kleinen Herausforderungen, die dich regelmäßig an das wundersame Treiben in deinem Körper erinnern.

Eine Frau schläft, bis zum Kinn zugedckt, im weißen Bett.
Nomao Saeki / unsplash.com

Schon beim Anblick der einst heißgeliebten Pizza wird dir übel? Du könntest den ganzen Tag nur schlafen, hast mit Schwindel zu kämpfen und reagierst auf harmlose Situationen viel zu emotional? Herzlichen Glückwunsch, du bist schwanger! Und weil sich dein Körper nun ganz auf die Bedürfnisse seines neuen Bewohners einstellt, bleiben Anpassungserscheinungen wie Übelkeit, Müdigkeit und Co. nicht aus. Doch bleib gelassen! Viele Schwangerschaftsbeschwerden lassen sich mit einfachen Mitteln lindern oder verschwinden nach den ersten drei Monaten wieder.

Wann beginnen die Schwangerschaftsbeschwerden?

Die typischen Schwangerschaftsbeschwerden treten bei den meisten Frauen in den ersten Wochen auf. Einige erfahren durch sie überhaupt erst von ihrer Schwangerschaft, andere wiederum bleiben neun Monate lang komplett von ihnen verschont. Schwangerschaftsbeschwerden sind genauso individuell wie die Wirkung der empfohlenen Linderungsmaßnahmen. Was der einen Frau hilft, kann für die andere unangenehm sein.

Du selbst musst in jeder Phase deiner Schwangerschaft ausprobieren und abwägen, was dir, deinem Körper und deinem Kind gut tut. Im Zweifelsfall und bevor du zu Medikamenten greifst, lass dich immer erst ärztlich beraten oder frag deine Hebamme um Rat.

Welche Schwangerschaftsbeschwerden treten in den ersten Wochen auf?

In den ersten drei Monaten – dem sogenannten ersten Trimester – sieht man dir deine Schwangerschaft wahrscheinlich noch nicht an. Doch das heißt nicht, dass in deinem Körper nichts passiert.

Im Gegenteil: Jetzt arbeitet der mütterliche Organismus auf Hochtouren, um die idealen Bedingungen für den heranwachsenden Keimling zu schaffen, so das Online-Portal familienplanung.de. Gerade in dieser Zeit, wenn der Stoffwechsel sich ändert, der Blutzuckerspiegel sinkt und der Körper mit Hormonen geflutet wird, leiden viele Frauen – unterschiedlich stark – an den typischen Schwangerschaftsbeschwerden.

Schwangerschaftsbeschwerden im ersten Trimester

Woran es liegt

Was dagegen hilft

Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Die Umstellungsprozesse verlangen deinem Körper sehr viel Energie ab. Das beruhigend wirkende Gelbkörperhormon Progesteron tut sein Übriges.

Mittagsschlaf oder frühes Zubettgehen – hör auf deinen Körper und gönn ihm den Schlaf, den er einfordert. Wenn nichts dagegen spricht, treibe leichten Sport, um den Kreislauf anzukurbeln.

Schwindelgefühle

Wenn der Blutdruck plötzlich absinkt, kann dir schon vom zu schnellen Aufstehen schwindelig werden. Aber auch leichter Unterzucker, zu wenig Flüssigkeit und zu viel Sonne können Ursachen sein. Später drückt die vergrößerte Gebärmutter auf die untere Hohlvene und löst eventuell so Schwindelgefühle aus.

Kalte Güsse und Wechselduschen fördern die Durchblutung. Leichte sportliche Aktivitäten wie Yoga oder Radfahren halten den Kreislauf in Schwung. Saft und Obst fangen den Blutzuckerspiegel auf.

Übelkeit und Erbrechen

Vermutlich löst die hohe Konzentration des Schwangerschaftshormons HCG diese Beschwerden aus. Nach drei Monaten, wenn diese wieder sinkt, verschwindet auch die Übelkeit.

Diese Schwangerschaftsbeschwerden können durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung gemildert werden. Häufige kleine Mahlzeiten ohne Fettiges oder Scharfes helfen. Auch Kamillen- oder Ingwertee und ätherische Öle wirken angenehm. Bei der extremen Form, der Hyperemesis, solltest du aber unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Kopfschmerzen

Die hormonelle Umstellung in Verbindung mit anderen Beschwerden wirkt sich auch auf den Kopf aus.

Regelmäßige Bewegung, viel frische Luft und Entspannung helfen dir dabei, den Kopf frei zu bekommen. Bei akuten Schmerzen helfen etwas Pfefferminzöl auf den Schläfen oder eine Nackenmassage.

Nasenbluten oder verstopfte Nase

Der sogenannte Schwangerschaftsschnupfen ist hormonell bedingt. Die stärkere Durchblutung des Körpers und die verstärkte Produktion von Nasensekret können eine häufig verstopfte Nase und gelegentliches Nasenbluten zur Folge haben.

Hohe Luftfeuchtigkeit, eine Raumtemperatur zwischen 20 und 22 Grad, eine erhöhte Kopfposition im Schlaf sowie ausreichend Flüssigkeit begünstigen eine freie Nasenatmung. Gegen Nasenbluten helfen feuchtigkeitsspendende Nasenspülungen.

Leisten- und Kreuzbeinschmerzen

Die Mutterbänder dehnen sich, um Platz für die wachsende Gebärmutter zu schaffen, weshalb auch von Dehnungsschmerzen die Rede ist. Die Schmerzen im unteren Rücken sind auf die hormonelle Auflockerung der Gelenke oder die Schwerpunktverlagerung der Gebärmutter zurückzuführen.

Wenn die Schmerzen zu stark werden, leg dich hin und ruhe dich aus. Auch Massagen, ein warmes Bad oder Umschläge mit ätherischen Ölen lindern diese Schwangerschaftsbeschwerden. Hilfreich sind auch der Vierfüßlerstand aus der Yoga-Praxis sowie regelmäßige Übungen, um die Gelenke zu entlasten.

Zahnfleischbluten und Zähne

Die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft lockert das Körpergewebe und führt zu einer stärkeren Durchblutung. Dadurch ist dein Zahnfleisch empfindlicher und deine Zähne anfälliger für Entzündungen.

Besonders weiche Zahnbürsten schonen das Zahnfleisch. Bei Entzündungen desinfizieren Kamillen- und Salbeitees oder eine Mundspülung. Achte während der Schwangerschaft verstärkt auf deine Zahnhygiene und nimm auch die Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt wahr, um Zahnfleischerkrankungen vorzubeugen.

Brustspannen

Schon jetzt wächst deine Brust und bereitet sich auf das Stillen vor. Das kann mit Brustspannen oder besonders empfindlichen Brustwarzen einhergehen.

Warme Lavendelumschläge oder ein Lavendelbad beruhigen die Haut. Massagen können ebenfalls lindernd wirkend. Wichtig ist außerdem ein gut sitzender BH, der den Busen optimal stützt.

Verdauungsprobleme (Blähungen, Verstopfung)

Die Hormonkonzentration wirkt sich auch auf deinen Verdauungstrakt aus. Der Darm neigt zu Trägheit.

Schwangerschaftsbeschwerden rund um die Verdauung kannst du durch eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung und ausreichendes Trinken lindern. Auch regelmäßige Bewegung unterstützt die Verdauung.

Schwangerschaftsbeschwerden im zweiten und dritten Trimester

Die Schwangerschaftsbeschwerden in den ersten Wochen hängen vor allem mit der hormonellen Umstellung zusammen. Wenn diese vollzogen ist – in der Regel nach etwa zwölf Wochen – fühlst du dich wieder mehr wie du selbst und startest mit neuer Energie und einem gesunden Appetit ins zweite Trimester. Die Beschwerden, die in den nächsten Monaten mal mehr und mal weniger stark auftreten können, sind nun hauptsächlich auf den wachsenden Bauch zurückzuführen. Typische Schwangerschaftsbeschwerden neben den bereits erwähnten sind jetzt die folgenden:

Schwangerschaftsbeschwerden im zweiten und dritten Trimester

Woran es liegt

Was dagegen hilft

Blasendruck

Die Gebärmutter wächst und drückt dabei auf die Blase, deren Muskulatur durch die Schwangerschaftshormone ohnehin gelockert ist.

Gegen häufige Toilettenbesuche in der Schwangerschaft gibt es leider kein Mittel. Eine gezielte Beckenbodengymnastik hilft jedoch dabei, die Beckenbodenmuskulatur zu stärken.

Sodbrennen

Weil die Gebärmutter auf den Magen drückt, gelangt Magensäure leichter in die Speiseröhre.

Nimm statt wenigen großen lieber mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu dir. Achte darauf, langsam zu essen und verzichte auf Lebensmittel, die die Produktion von Magensäure anregen.

Krampfadern

Durch die vermehrte Blutmenge und das aufgelockerte Gewebe staut sich das Blut schneller in den Venen. Blaue Äderchen sind die Folge.

Gegen eine der häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden hilft es, die Beine hochzulegen. Auch warm-kühle Wechselduschen, kühlende Cremes und vor allem durchblutungsfördernde Gymnastik helfen.

Hämorriden

Wenn das Gewicht des Bauchs auf die Blutgefäße drückt, die hormonbedingt ohnehin geweitet sind, kann das Hämorriden begünstigen.

Vorbeugend hilft es, durch eine ballaststoffreiche Ernährung die Verdauung zu fördern. Auch Bewegung und Beckenbodengymnastik wirken sich positiv aus. Bei akuten Beschwerden helfen zum Beispiel Salben mit Kamille-Extrakte oder kühlende Umschläge.

Wassereinlagerungen

Am Ende des Tages, nach langem Sitzen oder Stehen oder bei starker Hitze neigen Schwangere zu Wassereinlagerungen in Beinen, Füßen, Händen und sogar im Gesicht. Ursache hierfür sind die geweiteten Blutgefäße.

Viel Obst, Gemüse und vor allem Kartoffeln helfen die Einlagerungen auszuschwemmen. Förderlich sind auch Wechselduschen, Massagen, eine ausgewogene Ernährung und viel Schonung.

Wadenkrämpfe

Wenn du nachts oder am frühen Morgen durch einen fiesen Krampf aus dem Schlaf gerissen wirst, ist das ein Anzeichen für Überbelastung oder Mineralstoffmangel.

Während der Schwangerschaft hast du einen erhöhten Magnesium-, Kalzium- und Kaliumbedarf. Achte darauf, diesen mit Vollkorn- und Michprodukten, Nüssen oder Bananen auszugleichen. Auch Magnesiumpräparate sind unter Umständen zu empfehlen.

Rückenschmerzen

Vor allem gegen Ende der Schwangerschaft, wenn der Bauch immer schwerer wird und die Wirbelsäule ins Hohlkreuz zieht, treten Rückenbeschwerden auf.

Yoga, Schwimmen, Gymnastik – rückenstärkende Bewegung ist das beste Mittel gegen Rückenschmerzen. Gegen akute Schmerzen helfen Wärme und Entspannung, zum Beispiel ein Bad oder eine Wärmflasche.

Schlaflosigkeit

Je größer der Bauch, desto schwieriger wird es, eine gute Schlafposition zu finden. Hinzu kommen die Bewegungen des Kindes, die Gedanken an die Geburt, Blasendruck und andere Schwangerschaftsbeschwerden – gar nicht so leicht, jetzt einzuschlafen.

Melisse, Hopfen, Baldrian, aber auch ein Glas warme Milch mit Honig vor dem Schlafengehen wirken beruhigend. Für eine bequeme Schlafposition empfiehlt sich ein Stillkissen, das den Bauch in Seitenlage abstützt.

Dir schwirrt der Kopf vor lauter Schwangerschaftsbeschwerden? Keine Panik! Diese Begleiterscheinungen können vorkommen, müssen aber nicht. Und selbst wenn, dann treten sie in der Regel nicht alle auf einmal auf und erscheinen dir angesichts der freudigen Erwartung auf den baldigen Nachwuchs doch recht nebensächlich. Tipps gegen typische Beschwerden gibt’s zum Beispiel beim Online-Portal 9monate.de. Bei schweren, nicht nachlassenden Beschwerden solltest du dich allerdings umgehend an deinen Frauenarzt wenden.

Unsere 3 Top-Tipps zum Thema Schwangerschaftsbeschwerden

  • Bleib gelassen! Typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit oder Rückenschmerzen sind ganz natürliche Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft.
  • Mit einer ausgewogenen Ernährung und einem guten Mix aus Bewegung und Entspannung kannst du vielen Beschwerden von vornherein vorbeugen.
  • Fühlen sich die Beschwerden ungewöhnlich stark an, suche Rat bei deinem Arzt oder deiner Hebamme.


Das könnte dich auch interessieren