Die eigenen Stärken und Schwächen kennen und richtig verkaufen

Nobody is perfect! Zu wissen, was die eigenen Stärken und Schwächen sind, hilft dabei, den passenden Job zu finden. Auch bei der Bewerbung und im Vorstellungsgespräch macht es einen guten Eindruck, wenn du deine Stärken und Schwächen kennst.

Personen sitzen am Laptop mit Zettel und Stift.
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Du hast gerade dein Studium oder deine Ausbildung abgeschlossen? Glückwunsch, nun beginnt das „richtige Leben“. Doch den passenden Job zu finden, ist gar nicht so einfach. Wenn du weißt, was dir liegt und was weniger, bist du bereits auf dem richtigen Weg. Auf deinen Stärken und Schwächen sollte deine Berufswahl nämlich unbedingt aufbauen. Wie aber findest du heraus, was du besonders gut kannst? Und warum ist es so wichtig, dass du im Bewerbungsgespräch deine Fähigkeiten kennst?

Wie kannst du deine Fähigkeiten herausfinden?

Die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen, ist für die allgemeine Berufswahl wichtig. Schließlich gibt nicht jeder Studiengang auch einen konkreten Job vor, in dem du danach arbeitest. Viele Studiengänge sind heutzutage so allgemein gehalten, dass du im Anschluss daran die unterschiedlichsten Berufswege einschlagen kannst.

Es ist unumgänglich, dass du dir vor deiner Bewerbungsphase Gedanken darüber machst, welche Bereiche dir besonders liegen. Kennst du deine Fähigkeiten, kannst du viel genauer nach dem passenden Job suchen. Bei einer Einladung zum Vorstellungsgespräch ist die intensive Auseinandersetzung mit der Frage „Was sind meine Stärken und Schwächen?“ unerlässlich.

Doch die eigenen Fähigkeiten zu entdecken, ist oftmals gar nicht so leicht. Leg zunächst eine Liste an, bei der du eine Spalte mit Stärken und eine mit Schwächen füllst. Sei dabei ehrlich zu dir selbst. Sich selbst einschätzen zu können, bedeutet zu wissen, was du gut kannst und was (noch) nicht. Daran erkennst du auch, woran du noch arbeiten musst, um deine beruflichen Ziele zu erreichen.

Fällt es dir schwer, eine solche Liste anzufertigen? Dann versuche, auf einem anderen Weg an die Selbstreflektion heranzugehen. Aus den Antworten auf folgende Fragen kannst du ableiten, welche Dinge dir liegen und welche nicht:

  • Was sind deine Hobbys? Warum machen sie dir Spaß?
  • Hast du Vorbilder und wenn ja, welche Eigenschaften bewunderst du an ihnen besonders?
  • Gehörst du einer Organisation an? Wenn ja, welche Werte vertritt sie?
  • Was sagen Freunde, Familie und Bekannte über dich, deine Stärken und Schwächen?

Was sind Hard und Soft Skills?

Hard Skills sind die Fähigkeiten, die du in deinem bisherigen Werdegang erlernt hast. Darunter fallen alle Kenntnisse, die du dir durch eine Ausbildung, ein Studium oder Praktika angeeignet hast und die dir durch Zeugnisse bescheinigt werden können.

Soft Skills hingegen betreffen deine Persönlichkeit sowie zwischenmenschliche Kompetenzen. Eigenschaften wie Selbstdisziplin, Selbstvertrauen, die Fähigkeit, im Team zu arbeiten, Kommunikations- und Motivationsstärke zählen zu den sogenannten weichen Fähigkeiten.

Stärken und Schwächen richtig kommunizieren

Dein potenzieller Arbeitgeber oder der Personaler stellt die Frage nach deinen Stärken und Schwächen, um ein möglichst genaues Bild von dir zu bekommen. Auf diese Weise möchte er herausfinden, ob und wie gut du zum Unternehmen und auf die ausgeschriebene Stelle passt.

Wenn deine Stärken zur Sprache kommen, balancierst du auf einem schmalen Grat. Zum einen solltest du sie nicht aus falscher Bescheidenheit verschweigen, aber du solltest auch nicht zu dick auftragen. Nenn am besten deine drei hervorstechendsten positiven Eigenschaften und illustriere sie an konkreten Situationen. Du kannst gut motivieren? Dann erzähle kurz, wie du deine Lerngruppe an der Uni zusammengehalten hast. Du gibst hundert Prozent, wenn du dich einer Sache verschrieben hast? Dann erwähne doch, wie du dein Ehrenamt trotz vollem Stundenplan ausgefüllt hast.

Jeder Mensch hat Schwächen, das ist nichts Schlimmes. Es kommt nur darauf an, wie du sie im Gespräch verpackst. Eine unschöne Eigenschaft wirkt weniger abschreckend, wenn du sie nicht einfach in den Raum wirfst, sondern auch erklärst, dass du bereits an dieser Schwäche arbeitest – zum Beispiel, dass du deine Ungeduld bereits durch Yoga zu drosseln versuchst. Auf diese Weise wirkt die Schwäche nicht wie ein Defizit und du machst klar, dass du bereits bestrebt bist, sie auszugleichen.

Beliebter Trick: Schwächen indirekt hinterfragen

Nicht nur du bereitest dich auf ein Vorstellungsgespräch vor. Auch der oder die Personalangestellte oder die Abteilungsleitung legen sich im Vorfeld einige Fragen zurecht. Bei der standardmäßigen Stärken-Schwächen-Analyse wird dann gern auf indirekte Fragen zurückgegriffen, statt konkret nach den Fähigkeiten des Bewerbers zu fragen.

Beliebte Fragen sind:

  • Was schätzen Sie an Kollegen/Kommilitonen besonders?
  • Was stört Sie im Unialltag an Ihren Mitstudenten bzw. an Ihren Kollegen in der Ausbildung?
  • Welche positiven und negativen Eigenschaften würden Ihnen Ihre Dozenten oder Lehrer zuschreiben?
  • Welche Eigenschaften gefielen Ihnen bei ehemaligen Kommilitonen gar nicht? Was gefiel Ihren Studienfreunden nicht an Ihnen?
  • Was stört Sie besonders im Arbeitsalltag, beispielsweise in einem Praktikum? Wie reagieren Sie in solch einem Fall?
  • Berichten Sie von einer Situation Ihres bisherigen Werdegangs, die Sie gut gemeistert haben und die Ihres Erachtens andere in derselben Situation nicht geschafft hätten.

Dies sind nur einige von vielen Fragen, die dir im Bewerbungsgespräch gestellt werden können. Letztlich dienen aber alle Frage demselben Zweck: Sie sollen etwas über deine Stärken und Schwächen zutage fördern.

Unsere 3 Top-Tipps zum Thema Stärken und Schwächen

  • Überleg dir, was deine positiven und negativen Charaktereigenschaften sind. Fertige zur besseren Übersicht eine Liste an. Im Zweifel können dir Familie, Freunde oder ehemalige Kollegen dabei helfen.
  • Vermeide im Vorstellungsgespräch Standardantworten und Floskeln! Personaler wollen deine wahren Fähigkeiten herausfinden, also antworte ehrlich und persönlich.
  • Nennst du eine Schwäche, biete immer einen Lösungsansatz an. Dadurch kommunizierst du deinem potenziellen Vorgesetzten, dass du dir Gedanken machst, wie du an dir arbeiten kannst.