Die neun besten Stilltipps für frischgebackene Mütter

Muttermilch ist die beste Nahrung für dein Baby. Aber manchmal will es mit dem Stillen nicht so recht klappen. Was hilft in diesem Fall?

Baby liegt auf Schulter der Mutter
Echo Grid / unsplash.com

Zu stillen ist etwas Wunderschönes: Es kann die Beziehung zwischen dir und deinem Baby enorm stärken – denn diese Zeit gehört nur euch beiden. Viele Frauen haben allerdings Schwierigkeiten beim Stillen, was zu Frustration und Selbstzweifeln führen kann. Aber denke immer daran: Aller Anfang ist schwer. Deswegen ist es wichtig, dass du dranbleibst. Mit ein paar einfachen Stilltipps für mehr Milch und weniger Schmerzen ist oft schon Abhilfe geschaffen.

Tipp eins: Am besten direkt nach der Geburt beginnen

Am besten legst du dein Baby direkt nach der Geburt an deine Brust. Es ist mit einem erstaunlichen Suchreflex auf die Welt gekommen und sucht eine deiner Brustwarzen dadurch von ganz allein. Der ebenfalls angeborene Saugreflex veranlasst das Kleine, dann direkt mit dem Saugen zu beginnen. Dies regt die Milchbildung an – was sich wiederum positiv auf den weiteren Stillverlauf auswirkt.

Natürlich kann es passieren, dass das Anlegen direkt nach der Geburt nicht möglich ist. Doch auch wenn du dein Baby erst ein paar Stunden später anlegen kannst, steht einem unkomplizierten Stillverlauf in der Regel nichts im Wege.

Tipp: Wenn dein Baby noch im Krankenhaus bleiben muss, pumpe die Muttermilch ab und füttere es später mit dem Fläschchen.

Tipp zwei: Nimm eine bequeme Haltung ein

Achte schon beim Einrichten des Babyzimmers darauf, dass du einen gemütlichen Platz zum Stillen hast, an dem du dich wohlfühlst und entspannen kannst. Gut geeignet ist zum Beispiel ein Sessel mit großzügigen Armlehnen. Achte darauf, dass du nicht mit rundem Rücken dasitzt und dich zu deinem Baby herunterbeugen musst.

Tipp: Mit Stillkissen fällt es dir leichter, eine Position zu finden, die für dich und dein Baby bequem ist.

Tipp drei: Platziere dein Baby richtig

Zu den verschiedenen Stillpositionen kommen wir gleich. Egal für welche Stillposition du dich entscheidest: Achte darauf, dass dein Baby dir mit dem gesamten Körper zugewandt ist. Dabei bilden Ohr, Schulter und Hüfte des Kindes eine gerade Linie. Denn wenn der Kopf überstreckt ist, kann dein Kleines nicht richtig schlucken. Positioniere den Mund des Babys immer direkt vor einer deiner Brustwarzen.

Tipp vier: Probiere verschiedene Positionen aus

Dies ist einer der wichtigsten Stilltipps: Wechsle die Position entweder mit jeder neuen Mahlzeit oder bereits während des Stillens. So vermeidest du, dass deine Brustwarze einseitig belastet wird. Ein Positionswechsel sorgt außerdem für eine gleichmäßige Brustentleerung.

Hinweis: Beobachte, wohin sich das Kinn deines Babys beim Stillen richtet. Dieser Bereich der Brust wird am stärksten geleert.

Hier sind beliebte Stillpositionen im Überblick:

Wiegegriff

  • Du sitzt aufrecht.
  • Dein Baby liegt im Wiegegriff quer vor deinem Bauch.
  • Sein Po und Rücken werden von deinem Arm gestützt.
  • Die Position eignet sich auch bestens für unterwegs.

Rückengriff

  • Du sitzt aufrecht.
  • Das Baby liegt unter deinen Arm geklemmt auf einem Stillkissen.
  • Das Köpfchen liegt in deiner Hand, der Oberkörper auf deinem Unterarm.
  • Die Position ist perfekt für unruhige Babys.

Seitenlage

  • Du liegst auf der Seite.
  • Dein Baby liegt ebenfalls auf der Seite –am besten auf einem Stillkissen und dir zugewandt.
  • Die Position ist perfekt, wenn dir das Sitzen noch schwerfällt.
  • Sie eignet sich auch ideal für nächtliches Stillen.

Tipp fünf: Den Säugling richtig anlegen

Dein Säugling will alles andere, als der Bezeichnung Ehre zu machen, und die Brustwarze einfach nicht zum Saugen annehmen? Dann versuche es mal mit dem C-Griff: Deine Finger stützen deine Brust von unten, der Daumen liegt etwa drei Zentimeter über der Brustwarze. Dann streichst du mit der Brustwarze immer wieder leicht von oben nach unten über die Lippen des Babys. Auf diese Weise löst du einen Reflex aus und der kleine Mund öffnet sich. Diesen Moment nutzt du dazu, das Kind flink anzulegen.

Achte darauf, dass sowohl des Säuglings Kinn als auch dessen Nasenspitze deine Brust berühren. Um deine empfindlichen Brustwarzen zu schonen, sorge dafür, dass das Baby nicht nur die Brustwarze, sondern auch den Großteil des Warzenhofes im Mund hat. Wie du wunden Brustwarzen noch entgegenwirken kannst, liest du weiter unten in den Stilltipps.

Tipp sechs: Leicht schmerzhaftes Ablösen vermeiden

Manchmal ist es notwendig, die kleinen Lippen wieder von der Brust zu lösen – vielleicht liegt das Baby falsch, du möchtest eine andere Stillposition einnehmen oder ihr seid fertig mit Stillen, doch dein Kleines möchte die Brust noch nicht loslassen. Schiebe deinen kleinen Finger ganz sanft in deines Babys Mundwinkel, um dessen Sog zu lösen. So ist das Ablösen einfach und schmerzfrei.

Tipp sieben: Wunden Brustwarzen entgegenwirken

Stille dein Baby bereits bei den ersten Anzeichen dafür, dass es Hunger hat, damit du genug Zeit hast, es anzulegen – Hektik solltest du besser vermeiden. Sinnvoll ist es, das Baby für kürzere Zeit, aber dafür häufiger an deiner Brustwarze nuckeln zu lassen, falls diese wund geworden ist – maximal 10 bis 15 Minuten. So schonst du die Brustwarze bestmöglich.

Oft verringern sich die Schmerzen bei wunden Brustwarzen, sobald der Milchspendereflex eintritt. Versuche es mal mit sanften Massagen der Brüste vor dem Stillen. Warme feuchte Tücher regen zusätzlich die Durchblutung an und weiten die Milchgänge.

Wenn ihr mit dem Stillen fertig seid, belasse etwas Muttermilch auf der Brustwarze. Muttermilch wirkt Entzündungen entgegen und beschleunigt die Heilung. Das ist übrigens auch ein Stilltipp, den Hebammen gerne weitergeben. Wirksam sind auch Salben, die Lanolin enthalten. Trage immer nur eine dünne Schicht auf, sodass die Haut noch ausreichend atmen kann.

Hinweis: Bei besonders starken Schmerzen kannst du es auch mit einem Schmerzmittel versuchen. Frage zum Beispiel deine Hebamme oder deinen Gynäkologen, welches geeignet ist.

Tipp acht: Selbsthilfe bei Milchstau

„Etwa ein Drittel der stillenden Mütter hat in den ersten Wochen wunde Brustwarzen. Oder die Brust schmerzt, weil sich Milch darin staut. Viele geben dann das Stillen früher auf als geplant“, berichtet die Hebamme Aleyd von Gartzen aus Hannover. Sie ermutigt Mütter dazu, trotzdem nicht aufzugeben. Hier die besten Tipps bei Milchstau:

  • weiter stillen
  • Wärme vor, Kälte nach dem Stillen
  • sich viel Ruhe und Entspannung gönnen
  • auf Hygiene achten

Tipp neun: Milchbildung fördern

Stilltipps für eine gute Milchbildung gibt es viele. Kein Wunder, viele Frauen befürchten schließlich, zu wenig Muttermilch zu produzieren. Doch keine Sorge, in den meisten Fällen ist genug Muttermilch vorhanden – lediglich das Gefühl der Mutter spielt ihr einen Streich. Und selbst wenn tatsächlich zu wenig Milch vorhanden sein sollte: Teilstillen und Zufüttern ist auch eine Variante. Was fördert die Milchbildung beim Stillen?

  • Brüste möglichst stark entleeren
  • häufigeres Stillen kann Prolaktinspiegel anheben
  • Stilltees mit Anis, Fenchel oder Kümmel
  • sanfte Brustmassagen
  • Wärmekissen und Kompressen
  • viel trinken

Entscheidend ist auch die richtige Unterstützung. Sprich mit deiner Hebamme, Verwandten und/oder Freundinnen über das Problem, du wirst sehen, dass du keinesfalls allein damit bist. Auch Entspannung kann helfen. Gönne dir Ruhepausen und tanke neue Energie für das nächste Stillen.

Unsere 3 Top-Tipps zum Stillen

  • Wechsle häufig die Stillposition.
  • Gib nicht auf, wenn es nicht gleich klappt.
  • Sprich offen mit deiner Hebamme über die Stillprobleme.


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