Assessment-Center: Typischer Ablauf des Auswahlverfahrens

Wie läuft ein Assessment-Center ab? Informiere dich, welche Aufgaben und Phasen auf dich zukommen. Nur so startest du den Bewerbungsmarathon gut vorbereitet.

Frau an Tafel dreht sich zu einer Gruppe sitzender Menschen in Anzügen um.
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„Wir laden Sie herzlich zu unserem Bewerbertest/ Auswahlverfahren/ Bewerbertag/ … ein“. Derartige Formulierungen im Einladungsschreiben deuten auf ein Assessment-Center hin. Bei vielen Kandidaten schlägt dadurch die anfängliche Freude über die Einladung in Furcht um. Schließlich bedeutet dies eine Art Testlaborsituation, in der sie eingehend unter die Lupe genommen werden und gegen Mitbewerber antreten müssen. Wie läuft ein Assessment-Center ab? Wenn du das vorher weißt, gehst du es gelassener an; denn ist dir bewusst, was dir bevorsteht, kannst du dich gezielt vorbereiten und deine Kräfte besser einteilen.

Zusammenfassung

  • Kennst du den typischen Ablauf eines Assessment-Centers, gehst du es gelassener an.
  • Häufig bestehen Assessment-Center aus Einzeltests, Bewerberinterviews und Gruppenübungen.
  • Achte darauf, dass dein Verhalten mitunter auch während Pausenzeiten beurteilt wird.

Wie läuft ein Assessment-Center ab?

Ein Assessment-Center ist eine Auswahlmethode, die oftmals über mehrere Tage läuft und einzeln oder in einer Bewerbergruppe stattfindet. Dementsprechend können Assessment-Center ganz verschieden ablaufen.

Bei einem Einzel-Assessment-Center stehen Eignungstests im Vordergrund. Nehmen mehrere Bewerber teil, liegt der Schwerpunkt auf gruppendynamischen Aspekten: Bist du ein Teamplayer oder ein Einzelkämpfer? Für einen mehrtägigen Auswahlprozess brauchst du freilich einen längeren Atem. Mitunter ist ein solcher Prozess mehrstufig aufgebaut, sodass einige Kandidaten vor der letzten Runde ausscheiden.

Im Durchschnitt nehmen bis zu zwölf Kandidaten teil, die sich einer Jury stellen. Diese setzt sich zumeist aus Mitarbeitern der Personalabteilung, Abteilungsleitern sowie manchmal auch Psychologen und Geschäftsführern zusammen. Jeweils ein oder mehrere Jurymitglieder moderieren die Übungen, während die anderen beobachten oder vereinzelt Rückfragen stellen. Anhand mehrerer Übungen begibst du dich im Team und unter Stress in simulierte Arbeitssituationen und löst Eignungstests. Dabei werden für die offene Stelle relevante Kompetenzen geprüft. Jede Aufgabe wird einzeln bewertet.

Gängige Phasen des Bewerbungsverfahrens

Wie läuft ein Assessment-Center ab? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn jedes Assessment-Center hat einen anderen Ablauf. Es schadet nicht, sich bei der Personalabteilung über das genaue Vorgehen zu erkundigen. Oft finden Wissenstests, Einzelgespräche und Gruppenübungen im Wechsel statt. Auch die Dauer kann variieren. Eine Gruppendiskussion dauert in der Regel zwischen 10 und 30 Minuten, hinzu kommt eine 5- bis 15-minütige Vorbereitung. Für gewöhnlich beraten sich die Jurymitglieder nach jeder Einheit. Typische Phasen und Aufgaben sind die folgenden:

Vorstellungsrunde

Zu Beginn stellen sich in der Regel die Organisatoren des Assessment-Centers vor und erklären den Ablauf. Anschließend haben die Kandidaten Zeit für eine kurze Selbstpräsentation. Ob Kurzvortrag oder lockeres Kennenlernspiel: Der erste Eindruck zählt. Sei dir bewusst, dass bereits der Einstieg in die Gesamtbewertung einfließt.

Selbstpräsentation

Fiel die Vorstellungsrunde eher kurz aus, folgt häufig eine ausführlichere Bewerberpräsentation; oder du erhältst erst nach dem Aufgabenmarathon die Möglichkeit, deinen beruflichen Werdegang, herausstechende Erfolge und Stärken zu präsentieren. Stelle dich auf abschließende Rückfragen ein, die denen eines Vorstellungsgesprächs ähneln.

Einzelübungen

Bei Einzelaufgaben stehst du im Rampenlicht. Häufig bewerten die Assessoren jede Aufgabe mit Punkten. Die erreichte Zahl erfährst du allerdings erst zum Schluss. Zu den Einzelübungen zählen stellenrelevante Probeaufgaben, Intelligenz- und Konzentrationstests, psychologische Fragebögen und klassische Wissensabfragen, bei internationalen Unternehmen mitunter auch Sprachprüfungen. Ein Klassiker ist die sogenannte Postkorbaufgabe, bei der du unter Zeitdruck Nachrichten sortierst, Aufgaben priorisierst und sinnvolle Terminpläne erstellst.

Gruppenübungen

Hierbei sind Teamgeist und Fairplay gefragt. Versuche trotz Konkurrenzsituation die Mitbewerber zu Verbündeten zu machen. Die Jury beurteilt dich hinsichtlich sozialer Kompetenzen wie Konfliktfähigkeit, Durchsetzungsstärke oder Kooperationsbereitschaft. Beliebte Formate sind Rollenspiele, Gruppendiskussionen und das gemeinsame Lösen von Fallstudien.

Abschlussgespräch

Ein Assessment-Center mit klassischem Ablauf schließt mit einem Feedbackgespräch ab. Hierbei gilt es, alle Übungen Revue passieren zu lassen und eine Selbsteinschätzung zu geben. Doch Vorsicht: Obwohl die Personaler Ehrlichkeit einfordern und eine entspannte Feedbackrunde suggerieren, solltest du dich mit scharfer Kritik zurückhalten. Vielmehr testen sie deine Kritikfähigkeit und gehen anschließend noch durch gezielte Fragen deinen Stärken und Schwächen auf den Grund.

Abschlussessen und Pausen

Nutze auch diese Gelegenheiten, dich in ein gutes Licht zu rücken. Denn auch in diesen scheinbar unverfänglichen Phasen stehst du unter Beobachtung. Vermeide es also, dich während der Mittagspause über die Assessoren auszulassen. Auch während eines abschließenden Dinners in lockerer Atmosphäre ist ein guter Auftritt gefragt. Personaler lauern geradezu darauf, dass Kandidaten ihre Masken fallen lassen. Lass dich also nicht zu Gesprächen über allzu private Probleme hinreißen und sprich lieber unverfängliche Themen an. Achte zudem darauf, Maß zu halten: Bestellst du das teuerste Menü oder mehrere Drinks hintereinander, bringt dir das mit Sicherheit Minuspunkte ein. Besser ist es, du agierst zurückhaltend und zuvorkommend.

Nachbereitung

Die Ergebnisse des Assessment-Centers erhältst du je nach Ablauf entweder direkt im Anschluss oder mehrere Tage später. Nimm dabei Kritik nicht allzu persönlich und begegne dieser nicht mit Provokation. Bekommst du den Job nicht, solltest du das Feedback vielmehr für künftige Auswahlverfahren nutzen.


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